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1976er Spiel gegen Worms “das aufregendste meiner Laufbahn”

Oft duellierten sich der SV Eintracht Trier 05 und die Wormatia aus Worms in den vergangenen Jahrzehnten. Herausragenden Charakter nimmt in der Rückbetrachtung – natürlich – das legendäre Spiel am 17. Juni 1976 ein. Mit 5:4 gewann der SVE damals und schaffte so erstmals den Sprung in die Zweite Bundesliga Süd, der man bis 1981 angehören sollte.
Der damalige Torwart der Eintracht, Karl-Heinz “Charly” Schröder (64), erinnert sich noch einmal an die Partie vor knapp 33 Jahren zurück – und spannt im Gespräch mit www.eintracht-trier.com auch den Bogen zur Gegenwart.

Die Daten und Fakten sind dem heute 65-Jährigen so präsent, als habe das Spiel gestern stattgefunden: “15.000 Zuschauer waren damals im Moselstadion; es war glühend heiß. Durch das voran gegangene 1:1 in Neunkirchen hatten wir uns in dieser Aufstiegsrunde, in der wir als Rheinlandmeister gegenüber dem Saar- und dem Südwestmeister eigentlich der Außenseiter waren, eine klasse Ausgangsposition geschaffen. Ein Unentschieden reichte, uzm aufzusteigen.”
Anfangs lief es auch blendend für den von Hans-Wilhelm Loßmann (“Loßmann, lass die Löwen raus!”) trainierten Trierer: Brand und Redwanz legten bis zur zwölften Minute ein 2:0 vor. Der an diesem Tage neben Horst Brand auf SVE-Seite überragende Wormser Engelbert Klag verkürzte auf 2:1, ehe Kapitän Riemann in der 30. Minute per Foulelfmeter den alten Abstand wieder herstellte. Der Isländer Geirsson erhöhte nur vier Minuten später auf 4:1. “Es war ein offener Schlagabtausch. Worms war zu diesem Zeitpunkt sicher nicht drei Tore schlechter”, erinnert sich “Charly” Schröder. Mit dem Pausenpfiff verkürzte der Wormate Günther per Strafstoß auf 4:2; binnen acht Minuten (47. und 55.) sorgten Spannenkrebs und Klag fürs 4:4. Zeit, sich zu grämen, hatten die Eintracht-Fans nicht lange; per erneutem Elfmeter markierte Riemann das 5:4. “Ganz ehrlich: Wenn Engelbert Klag nicht kurz danach die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung gesehen hätte, hätten wir das Ding wohl kaum gewonnen”, glaubt die damalige Nummer eins. Nach dem Schlusspfiff brachen in Trier dann alle Dämme. Von “zwei Tagen feiern am Stück” berichtet “Charly” Schröder. Der gebürtige Saarbrücker – einst vom damaligen Saar-Auswahltrainer Jupp Derwall der Eintracht empfohlen – stand zwischen 1967 und ´71 und danach noch einmal zwischen 1975 und ´78 bei der Eintracht unter Vertrag. Dazwischen hütete er das Tor von Borussia Neunkirchen. Nach seiner Trierer Zeit spielte Schröder fünf Jahre lang beim SV Leiwen in der Oberliga, ehe sich erfolgreiche Jahre bei den Luxemburger Klubs in Wasserbillig und Echternach anschlossen. “Das 5:4 gegen Worms war das aufregendste Spiel in meiner Laufbahn”, bekennt der auch heute noch absolut fitte Sportler, der noch vor kurzem ein Promi-Spiel an der Seite von Frank Beckenbauer in Kitzbühel bestritt, beim A-Ligisten FSV Tarforst als Torwarttrainer fungiert und weiter in der Ü40 der Eintracht zeigt, dass er immer noch reaktionsstark und behände zwischen den Pfosten ist. “Auch Mario Basler hat mir zugesagt, dass er mal in unserer Ü40 aushilft”, berichtet Schröder stolz. Dem SVE prophezeit er “eine sehr gute Rückrunde”. Oft verfolgt er das Training, ist begeistert von der Art, wie Basler mit seinen Schützlingen umgeht. “Mario ist ein Glücksgriff für den Verein: Er hat jede Menge Erfahrung, kommt gut rüber und ist ein positiver Typ.”

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