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Mit neuer Eintracht aus der Krise

Am gestrigen Abend fand im Ramada-Hotel die diesjährige Mitgliederversammlung des SV Eintracht Trier statt. Die 139 anwesenden Mitglieder verabschiedeten Vorstand Dieter Friedrich, für den der Trierer Unternehmer Harry Thiele einen Sitz im Vorstand übernimmt.

Nachdem es im Vorfeld der Versammlung vermehrt zu Kritik am Eintracht-Vorstand kam, konnte man eine hitzige Auseinandersetzung in punkto “Saisonaufarbeitung” erwarten. Jedoch konnten die Vorstände Alfons Jochem, Ernst Wilhelmi und der scheidende Dieter Friedrich durch einen offenen Umgang mit den Fehlern, die in dieser Saison begangen wurden, Kredit bei den anwesenden Mitgliedern zurückgewinnen. So sei die Verpflichtung von Marco Pezzaiouli als Nachfolger des nicht zu haltenden Trainers Roland Seitz entscheidend für das Scheitern der Mission Wiederaufstieg gewesen. Auch Adnan Kevric, der abrupt die Brocken hinschmiss und den Vorstand im Regen stehen ließ, wurde in die Kritik mit einbezogen.

Wirtschaftlich steht der Verein im Gegensatz zu den meisten Geschäftsjahren in der Vergangenheit gut da. Lediglich eine Liquiditätslücke von EUR 200.000,- gilt es zur neuen Saison zu schließen.

Das sportliche Konzept sieht den perspektivischen Aufbau einer Mannschaft mit jungen Nachwuchskräften aus der Region vor – mit einem Korsett an erfahrenen, gestandenen Spielern. Interimstrainer und zukünftiger sportlicher Leiter Werner Kartz gibt jedoch auch in diesem Fall das Ziel der Regionalliga-Qualifikation in der neuen Saison vor. Er wurde hierin von Neu-Trainer Werner Weiss unterstützt, der sich vorstellte und ab dem 01.07.07 die Verantwortung für die erste Mannschaft übernehmen wird. Manfred Kühne wird Jugendkoordinator bleiben und weiterhin von Michael Palm unterstützt. Im Nachwuchsbereich wird es allerdings auch Änderungen geben: so übernimmt Ex-Eintracht-Stürmer Bernhard Weis die A-Jugend und der ebenfalls SVE-Ehemalige Heinz Eimer die zur U23 umfunktionierte Zweite Mannschaft. Das Nachwuchskonzept von Kartz sieht hierbei eine noch gezieltere Individualförderung des SVE-Nachwuchses vor. Dazu werden auch wieder erhebliche Mittel im Saisonetat bereitgestellt.

Einen Wechsel im Vorstand gab es auch: der scheidende Dieter Friedrich verabschiedet sich nach über 7 Jahren im Vorstand der Eintracht. Mit Stolz aber auch mit ein bisschen Wehmut. An dieser Stelle möchten wir Dieter Friedrich nochmals für sein Engagement und seine erfolgreiche Arbeit danken.

Für ihn rückt mit Harry Thiele ein gestandener Unternehmer in den Eintracht-Vorstand. Der Kontakt zu dem ehemaligen IHK- und IRT- Vorsitzenden kam durch Ernst Wilhelmi zu Stande. Thiele machte bei seiner Antrittsrede sofort klar, dass er ein Mann der Tat ist. Die momentane Krise der Eintracht schreckt ihn dabei nicht ab – im Gegenteil: “In Sonnenzeiten ist es ein Leichtes sich zu engagieren. Ich scheue aber die Herausforderung der schwierigen Situation in der sich der Verein befindet nicht. Das Ziel von Eintracht Trier muss es sein, mittelfristig in den bezahlten Fussball zurückzukehren. Dafür werde ich mich einsetzen – gerade in den Bereichen Marketing und Sponsorenakquise werde ich meine Netzwerkkontakte einbringen und mithelfen den Karren wieder flott zu machen.”, so Thiele.

Eintracht Trier geht als Verein gestärkt aus der Mitgliederversammlung hervor. Die Marschrichtung ist vorgegeben: durch die Bündelung aller Kräfte soll die Wende eingeleitet werden. Die Qualifikation zur neuen Regionalliga ist das Ziel. Der Verein steht dazu seit längerer Zeit erstmals auf einer finanziell gesicherten Basis. Damit es auch sportlich wieder klappt sind alle Mitglieder, Fans und Sponsoren des Vereins gefragt. Denn nur zusammen wird es gelingen Eintracht Trier wieder dahin zu führen wo man hingehört: Mittelfristig zurück in den bezahlten Fußball.

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