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Derbysieg zum Start ins neue Jahr – Eintracht schlägt Salmrohr deutlich

Über zwei Monate nach dem letzten Pflichtspiel in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, einem 2:0-Auswärtserfolg beim FV Diefflen, hat sich der SVE am heutigen Samstagnachmittag standesgemäß im Ligabetrieb zurückgemeldet: vor heimischer Kulisse setzten sich die Blau-Schwarz-Weißen im Derby gegen den FSV Salmrohr mit 3:0 durch und festigten damit den dritten Tabellenrang.

Die Gäste aus dem Salmtal, sie begannen schwungvoll und konnten sich in der Anfangsphase vor dem Strafraum der Eintracht einnisten – drei Ecken binnen weniger Minuten lieferten auf dem Statistik-Zettel den Beweis für das, was die 1056 Zuschauer auf den Rängen in der Frühzeit der Begegnung zu sehen bekamen. Auf der gegnerischen Trainerbank zeigte sich Ex-Eintrachtler Lars Schäfer, der vor zehn Jahren an der wichtigen Qualifikation für die Regionalliga maßgeblich beteiligt war, sehr zufrieden über das Auftreten des Tabellenletzten bis hier hin. Die anfängliche optische Überlegenheit brachte dem FSV zwar keine wirkliche Torgefahr ein (ein Schussversuch von Nils Habscheid segelte nach einer knappen Viertelstunde weit am Dreieck vorbei), zeigte der Elf von Daniel Paulus aber, dass die heutigen neunzig Minuten nach der holprigen Wintervorbereitung und den ungünstigen Trainingsbedingungen ein hartes Stück Arbeit bedeuten würden – Unterschied zwischen Platz drei und dem Schlusslicht in der Tabelle? Fehlanzeige.

Es dauerte fast fünfundzwanzig Minuten, bis auch der SVE ins Spiel fand: Lucas Jakob brachte eine Flanke von der rechten Seite in den Strafraum des FSV, doch Alex Biedermann segelte unter der etwas zu hohen Hereingabe durch – erstes Lebenszeichen in einer bis dahin sehr schwachen Oberliga-Partie.
Doch der Eindruck verfestigte sich: Salmrohr zog sich zurück und ließ die Eintracht kommen, die jedoch nach wie vor Probleme hatte, die Spielkontrolle zu übernehmen. So fiel das erlösende 1:0 auch mehr oder minder aus dem Nichts: Dominik Kinscher stahl sich im Strafraum frei, nutzte einen kurzen Moment der Unachtsamkeit im Defensivverbund und verwertete die Vorarbeit von Leoluca Diefenbach sicher zur Führung (36.). Der Knoten, er war geplatzt: kurz vor der Pause fasste sich wieder Dominik Kinscher ein Herz, zog aus halblinker Position ab und setzte die Kugel unhaltbar in den Winkel – das 2:0 (43.), welches jedoch einen eher schmeichelhaften Pausenstand bedeutete.

Erfreuliche Neuigkeiten direkt nach Wiederanpfiff: Publikumsliebling Michael Dingels kam für Josef Cinar, beendete seine fast acht Monate andauernde Leidenszeit und betrat unter dem Applaus der Zuschauer wieder den Rasen des Moselstadions. Dieser war kaum verhallt, da fiel Kevin Heinz der Ball vor die Füße, doch er scheiterte freistehend an Philipp Basquit im Tor des FSV – einer der zahlreichen weiteren ehemaligen Eintrachtler in der Aufstellung der Eifeler. Ein eben solcher sorgte nach einer knappen Stunde für die Vorentscheidung: Kevin Heinz war auf der linken Seite durchgebrochen und konnte von Rasheed Eichhorn (ehemals in der A-Jugend der Blau-Schwarz-Weißen aktiv) nur mit einer Notbremse gestoppt werden – Schiedsrichter Marco Christmann, der die Partie insgesamt sehr sicher leitete, blieb nichts anderes übrig als die glatte rote Karte zu ziehen (58.).

Hüben wie drüben war danach klar, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Der FSV beschränkte sich auf Schadensbegrenzung und litt zudem unter dem Ausfall von Tim Habscheid, der sich in einem Zweikampf mit Felix Fischer schwer verletzte. Die defensive Grundordnung litt unter diesen Begleitumständen sichtlich, und als die Uhr die Minute 70 passierte, konnten die Gäste froh sein, dass es nicht schon 0:3 aus ihrer Sicht stand – der kurz zuvor eingewechselte Tim Garnier vergab eine hundertprozentige Chance, als sein Schuss nur noch auf der Linie von Lucas Abend gekratzt werden konnte. Kurz danach war die Partie für ihn beendet: sein Einsteigen an der Mittellinie gegen Unnerstall war zu hart – auch hier die Entscheidung: Platzverweis (73.)!

Doch die richtige Reaktion, sie folgte auf dem Fuß: der starke Diefenbach bediente nur Sekunden später Alex Biedermann, der keine Mühe hatte, zum 3:0 zu vollstrecken (75.). Die nun klare Überlegenheit führte zwar zu einigen weiteren Torgelegenheiten (Biedermann, 86. / Fast-Eigentor von Düpre, 87.), die Partie endete jedoch ohne weiteren Treffer der Tabellensituation angemessen – auch, wenn der heutige Dreier härter erkämpft war, als vom Ergebnis her anzunehmen ist. Der gute Start ins neue Jahr kann nun schon am kommenden Wochenende im nächsten Heimspiel gegen den FSV Jägersburg veredelt werden.

„Zum Glück dauert ein Spiel 90 Minuten und nicht nur 25. In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt, vorher lief es etwas schleppend. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung heute, wir wollen gerne so weitermachen“, bilanzierte Eintracht-Coach Daniel Paulus.

Statistik

Tore: 1:0 Kinscher (36.), 2:0 Kinscher (43.), 3:0 Biedermann (75.)

Eintracht Trier: Popescu – Heinz, Maurer, Cinar (ab 46. Dingels), Diefenbach – Jakob, Mabouba (ab 78. Kahyaoglu), Fischer, Brandscheid – Kinscher (ab 63. Garnier), Biedermann.

FSV Salmrohr: Basquit – Eichhorn, Abend, Düpre, Bohr – Bernard (ab 60. Braun), N. Habscheid, T. Habscheid (ab 69. Unnerstall), Jarecki, Schädler – Michels (ab 46. Ozoh Madu).

Rote Karten: Eichhorn (Salmrohr/58.), Garnier (Trier/73.).

Schiedsrichter: Marco Christmann

Zuschauer: 1.056

 

Foto: Hans Krämer